8Bit­do SFC30 Game­Pad — Bes­ser als das Ori­gi­nal?

Nach über 20 Jah­ren Gebrauch ist die Zeit gekom­men, an dem die Tas­ten mei­nes alten SNES-Con­trol­lers schlicht und ein­fach aus­ge­nu­delt sind. Ein Aus­tau­sch der Tas­ten­mat­ten brach­te auch kei­nen Erfolg. Es fühl­te sich ein­fach nicht rich­tig an. Wenn man dann nach einem wür­di­gen Ersatz eines SNES-Con­trol­lers sucht, stößt man auf ziem­li­ch viel Schrott. Hat man dann noch Son­der­wün­sche und möch­te einen, der kabel­los UND am PC nutz­bar ist, bleibt nichts mehr übrig. Einen jedoch habe ich nach lan­ger Suche gefun­den: Das 8Bit­do — SFC30 Game­Pad. Doch kann die­ser Con­trol­ler dem Ori­gi­nal das Was­ser rei­chen?

Zuer­st ein­mal sei erwähnt, dass der Con­trol­ler allei­ne nicht aus­reicht für das kabel­lo­se Ver­gnü­gen. Man braucht dazu einen Blue­too­th-Adap­ter, den man gleich­zei­tig an die SNES-Kon­so­le und an den Com­pu­ter anschlie­ßen kann. Dafür habe ich mir den sog. Retro Recei­ver, eben­falls von 8Bit­do (ver­kauft durch Gam3­Ge­ar), besorgt.

8Bit­do SFC30 Game­Pad — Der ers­te Ein­druck

Die Ver­pa­ckung des Blue­too­th-Adap­ters ist nicht sehr ein­drucks­voll. Der Retro Recei­ver steckt in einer stink­nor­ma­len Kunst­stoff­ver­pa­ckung mit Papp-Inlay. Dabei liegt aller­dings ein net­ter Gam3­Ge­ar-Schluss­an­hän­ger und noch ein USB-Kabel für den Anschluss am Com­pu­ter.

gam3gear-8bitdo-adapter

Der Con­trol­ler hin­ge­gen kommt in einer robus­ten Schach­tel. Neben dem Con­trol­ler befin­det sich im Kar­ton eine Anlei­tung, ein USB-Kabel und ein schi­cker Schlüs­sel­an­hän­ger. Ins­ge­samt macht die Ver­pa­ckung einen sehr hoch­wer­ti­gen Ein­druck.

Die Fra­ge ist nun, ob die Ver­pa­ckung zu viel ver­spricht. Der Fra­ge gehen wir natür­li­ch nach, aber zuer­st ein paar Worte zum äuße­ren Erschei­nungs­bild und zur Ver­ar­bei­tung.

Aus­se­hen und Ver­ar­bei­tung — Hui oder Pfui?

8Bit­do Adap­ter

Der Adap­ter sieht, bis auf ein paar Klei­nig­kei­ten, aus wie der nor­ma­le Anschluss des ori­gi­na­len SNES-Con­trol­lers. Er ist ein Stück län­ger, was auf die kom­ple­xe­re Tech­nik zurück­zu­füh­ren ist. Hin­ten gibt es einen roten, klei­nen Schal­ter um die Ver­bin­dung mit einem Blue­too­th-fähi­gen Gerät her­zu­stel­len. Dane­ben sitzt der Anschluss für das bei­lie­gen­de USB-Kabel, die­ses wird für die Ver­bin­dung zum PC benö­tigt. Das Kabel ist nur weni­ge Zen­ti­me­ter lang, aber es ist voll­kom­men aus­rei­chend. Die Ver­ar­bei­tung von die­sem Adap­ter scheint ins­ge­samt sehr robust zu sein. 

8bitdo-adapter-vs-snes-controller-anschluss

8Bit­do SFC30 Game­Pad

Nun zum Wich­tigs­ten: Der Con­trol­ler. Wenn man den ori­gi­na­len SNES-Con­trol­ler neben den 8Bit­do SFC30 Game­Pad hält, dann könn­te man mei­nen, dass bei­de die glei­chen Bau­tei­le ver­wen­det haben. Bei­de haben die sel­be Grö­ße und die Ver­schrau­bun­gen an den glei­chen Stel­len. Die Far­ben und For­men der ein­zel­nen Tas­ten sind unun­ter­scheid­bar. Die ein­zi­gen Unter­schie­de sind an der Gehäu­se­ober­flä­che und an dem Auf­druck vor­ne und hin­ten zu sehen. Die Ober­flä­che des alten Con­trol­lers ist etwas glän­zen­der, der neue ist eher matt und rau. Ins­ge­samt ist der kabel­lo­se Con­trol­ler durch die Hard­ware etwas schwe­rer, liegt aber dadurch auch sehr gut in der Hand. Ansons­ten kann man auch nur sagen, dass das Teil sehr sta­bil aus­sieht, ich weiß nur nicht wie sich das bei Wut­aus­brü­chen ver­hält (Zur grö­ße­ren Ansicht ein­fach auf das Bild kli­cken).

Die Hap­tik

Das Bes­te an die­sem Con­trol­ler sind die Tas­ten. Die­se kli­cken noch so wun­der­bar und sind nicht so schwam­mig. Man hat beim Spie­len ein viel bes­se­res Feed­back als beim alten Con­trol­ler. Dadurch sind Spie­le wie z.B. Street Figh­ter viel ange­neh­mer zu bedie­nen. Gera­de beim Steuer­kreuz ist der posi­ti­ve Effekt beson­ders groß, da man die Bewe­gung der Cha­rak­te­re prä­zi­ser steu­ern kann. Der Start- und Select-Knopf ist auch viel här­ter und nicht so wacke­lig, genauso wie die Schul­ter-Tas­ten. Bei mei­nem alten Con­trol­ler sind die Schul­ter-Tas­ten rich­tig klapp­rig, was wahr­schein­li­ch auf die vie­len har­ten Stun­den mit dem Spiel Royal Rum­ble zurück­zu­füh­ren ist. Der Y-, X-, B- und A-Knopf ist beim ori­gi­na­len Con­trol­ler schon so abge­nu­delt, sodass der Druck­punkt kaum noch spür­bar ist. Da hat man beim Nach­bau ein voll­kom­men neu­es und bes­se­res Gefühl. 

So, nach­dem ich jetzt so viel von den Tas­ten geschwärmt hab, gucken wir uns jetzt die ver­schie­de­nen Ein­satz­mög­lich­kei­ten an. 

Ver­bin­dung zur SNES-Kon­so­le / zum PC

Vor­ne am Con­trol­ler, dort wo das Kabel beim alten Con­trol­ler raus­kommt, befin­det sich der USB-Anschluss für die direk­te Ver­bin­dung am Com­pu­ter. Neben die­sem Anschluss befin­det sich links und rechts noch eine Leucht­di­ode. Die­se zei­gen an, ob der Con­trol­ler gera­de ein­ge­schal­tet, auf­ge­la­den oder ver­bun­den ist. 

snes-controller-vs-8bitdo-controller-schulter-tasten

Um den 8Bit­do SFC30 kabel­los mit der SNES-Kon­so­le oder dem Com­pu­ter zu ver­bin­den, schließt man den Adap­ter am Con­trol­ler-Anschluss der Kon­so­le oder mit dem bei­lie­gen­den kur­zen USB-Kabel am PC an. Bei ein­ge­schal­te­tem Gerät fängt beim Adap­ter eine blaue Leucht­di­ode an zu blin­ken. Die­se blinkt solan­ge, bis eine Ver­bin­dung zum Con­trol­ler auf­ge­baut wur­de. Um eine Ver­bin­dung auf­zu­bau­en, muss der rote Knopf am Adap­ter gedrückt wer­den.

Den Con­trol­ler soll­te man dann natür­li­ch auch noch ein­schal­ten, dafür muss die Start-Tas­te für drei Sekun­den gedrückt wer­den (eine blaue Leucht­di­ode fängt an zu blin­ken). Nach weni­gen Sekun­den ist das Gerät ver­bun­den und die LEDs leuch­ten an bei­den Gerä­ten durch­ge­hend blau. Wenn man den Con­trol­ler wie­der aus­schal­ten möch­te, dann muss die Start-Tas­te erneut für drei Sekun­den gedrückt wer­den.

Wei­te­re unter­stütz­te Gerä­te

Der Con­trol­ler ist nicht nur für den PC oder für die SNES geeig­net, man kann damit lt. Her­stel­ler auch an Andro­id- und iOS-Gerä­ten zocken. Dazu bie­tet der SFC30 fünf ver­schie­de­ne Modi, die man durch ver­schie­de­ne Tas­ten­kom­bi­na­tio­nen akti­vie­ren kann. 

Den Mode 1 (Start-Tas­te) haben wir bereits ken­nen gelernt. Er ist für Win­dows, aber auch für Andro­id-Gerä­te geeig­net. Wenn man also z.B. ein coo­les Rac­ing-Game auf dem Andro­id-Smart­pho­ne zocken möch­te, dann kann man es ein­fach via Blue­too­th mit dem Con­trol­ler ver­bin­den. Ich habe es mit dem Spiel Asphalt 8 aus­pro­biert und es funk­tio­nier­te. Aller­dings unter­stützt nicht jede App ein Game­Pad.

Mode 2 (Start + B) ist angeb­li­ch für Anwen­dun­gen geeig­net, die für die Bedie­nung eigent­li­ch eine Tas­ta­tur benö­ti­gen. Die­se kann man durch den Con­trol­ler simu­lie­ren. Geeig­net soll die­ser Modus für Andro­id- und iOS-Gerä­te, aber auch für Win­dows sein. Ich hab mit dem Modus gar nichts zum Lau­fen bekom­men.

Mode 3 (Start + A) ist für das Zocken auf iOS-Gerä­ten geeig­net. Dafür kann man sich die 8Bit­do-App her­un­ter­la­den. Die­se ver­linkt einen zu einer Rei­he von kos­ten­pflich­ten Apps, die man damit aus­pro­bie­ren kann. Da ich kein Geld für so einen Kram aus­ge­ben woll­te, habe ich die­sen Modus nicht wei­ter aus­pro­biert.

Im Mode 4 (Emu-Touch (Start + X)) kann man auf einem geroo­te­ten Andro­id-Gerät mit der pas­sen­den 8Bit­do-App ein Over­lay auf die vir­tu­el­len Touch-Tas­ten eines Spiels legen. Damit las­sen sich dann Spie­le mit dem SFC30 bedie­nen, die eigent­li­ch kei­nen Blue­too­th-Con­trol­ler unter­stüt­zen. Ich habe die­sen Modus nicht aus­pro­biert, da mir das Roo­ten mei­nes Andro­id-Tablets doch etwas zu blöd war. 

Mode 5 ist ein­fach nur die Ver­bin­dung per USB-Kabel. 

Um zwi­schen den ver­schie­de­nen Andro­id- oder iOS-Gerä­ten zu wech­seln, muss die Ver­bin­dung zum Con­trol­ler getrennt wer­den. Dafür soll­te man die Blue­too­th-Ver­bin­dung zum Game­Pad kom­plett aus dem Smartphone/Tablet löschen. Anschlie­ßend muss die Select-Tas­te für drei Sekun­den gedrückt wer­den. Dana­ch kann man den Con­trol­ler mit einem ande­ren Gerät neu ver­bin­den.

Der Akku

Falls der Akku irgend­wann mal leer gehen soll­te (eine rote LED leuch­tet), dann muss das Gerät mit dem bei­lie­gen­den USB-Kabel am PC ange­schlos­sen wer­den. Beim Auf­la­den blinkt eine LED in grün und eine in blau, solan­ge bis der Con­trol­ler voll­stän­dig gela­den ist, dann ist das grü­ne LED-Licht aus. Ich mus­s­te nun nach eini­gen Stun­den Spiel­spaß den Con­trol­ler ein­mal auf­la­den. Der Akku hält mei­ner Mei­nung nach schon eine gan­ze Wei­le, kann man eigent­li­ch nicht meckern. 

Fazit

Die Fra­ge ist nun, ob die­ser Con­trol­ler bes­ser als das Ori­gi­nal ist? Ich muss sagen, dass das 8Bit­do SFC30 Game­Pad ein sehr guter Ersatz für den alten und aus­ge­dien­ten SNES-Con­trol­ler ist. Ich wür­de sogar so weit gehen und sagen, dass er bes­ser ist. Er ist viel­sei­tig ein­setz­bar und hat eine gute Hap­tik, zudem ist er kabel­los.

Die ein­zi­gen Din­ge, die mich wirk­li­ch bei­na­he in den Wahn­sinn getrie­ben haben, war der Ver­su­ch die­ses Game­Pad über die ver­schie­de­nen Modi mit ande­ren Gerä­ten wie z.B. einem Andro­id- oder iOS-Gerät zu ver­bin­den. Die englische/chinesische Anlei­tung war da auch kei­ne gro­ße Hil­fe. Der ein­zi­ge unpro­ble­ma­ti­sche Modus war Mode 1 (und natür­li­ch auch Mode 5). Ansons­ten waren die Ver­su­che mit den ande­ren Modi nicht von Erfolg gekrönt. 

Ich kann eigent­li­ch nur sagen, wer einen echt guten Retro-Con­trol­ler fürs Zocken am PC oder für die SNES-Kon­so­le braucht, der kann hier ohne Beden­ken zugrei­fen. Aber für Spie­le­rei­en mit irgend­wel­chen Möch­te­gern-Spiel­ge­rä­ten wie Smart­pho­nes braucht man mei­ner Mei­nung nach nicht die­sen Con­trol­ler.

Das 8Bit­do SFC30 Game­Pad und den 8Bit­do Adap­ter kann man sepa­rat auf Ama­zon erwer­ben. Hier ein­fach mal die Links dazu: 

8Bit­do SFC30 Game­Pad *

Gam3­Ge­ar 8Bit­do Retro-Emp­fän­ger *

(* = Wer­be­links)

Sarah Verfasst von:

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