Astroneer Pre-Alpha — Mein Lieb­lings­spiel 2016?

Ich hab vor Kur­zem eine Umfra­ge auf Twit­ter gestar­tet, um her­aus­zu­fin­den, wel­che Spie­le im ver­gan­ge­nen Jahr am bes­ten ange­kom­men sind. Das Ergeb­nis: Final Fan­ta­sy XV ist die Num­mer Eins bei den rund 20 Teil­neh­mern der Umfra­ge. Ich selbst habe Final Fan­ta­sy XV und die zahl­rei­chen Vor­gän­ger­ti­tel noch nicht gespielt. Da ich aber immer bereit bin für etwas Neu­es, woll­te ich die­ses Spiel ger­ne ein­mal tes­ten. Viel­leicht wäre es ja auch mein Lieb­lings­spiel 2016. Bis jetzt hat mir per­sön­li­ch DOOM recht gut gefal­len, aber als Lieb­lings­spiel wür­de ich es jetzt nicht bezeich­nen. Lei­der konn­te ich Final Fan­ta­sy XV nicht tes­ten, da ich nicht im Besitz einer PS4 oder XBox One bin. Also habe ich mich selbst noch­mal auf die Suche bege­ben, um hof­fent­li­ch MEIN Lieb­lings­spiel 2016 zu fin­den. Dabei bin ich dann auf ASTRONEER gesto­ßen …

Die ers­ten Rezen­sio­nen klan­gen schon mal nicht schlecht und eini­ge YouTube-Videos ver­spra­chen viel Spaß. Da sich das Spiel aber noch in der Pre-Alpha-Ver­si­on befin­det, war ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich zuschla­gen soll. Im Micro­soft-Store habe ich dann eine ein­stün­di­ge Test­ver­si­on gefun­den. Die­se war lei­der nicht ganz hilf­reich bei mei­ner Ent­schei­dung. Nach der Demo war ich eher ent­täuscht als über­zeugt, denn viel gese­hen habe ich in die­ser Zeit nicht. Ich war eher über­for­dert mit der Kom­ple­xi­tät des Spiels und wuss­te somit nicht, was ich dort anstel­len soll. Doch ich woll­te dem Spiel noch eine Chan­ce geben und daher habe ich mir auf YouTube noch­mal ein paar Videos ange­schaut. Die­se haben mich dann letzt­end­li­ch doch davon über­zeugt, das Spiel im Ear­ly Access bei Steam zu kau­fen. Aber hat sich der Kauf nun tat­säch­li­ch gelohnt? Schau­en wir uns das Spiel ein­fach mal an! 

Das Spiel­prin­zip

Es gibt kein expli­zi­tes Ziel in die­sem Spiel. Zu Anfang lan­det man mit sei­nem Habi­tat auf einem erd­ähn­li­chen Pla­ne­ten. Auf die­sem sam­melt man Res­sour­cen, erforscht neue Objek­te und erkun­det die Gegend. Dabei steu­ert man einen Astro­nau­ten, der mit einem klei­nen, hand­li­chen Ter­ra­for­mer aus­ge­stat­tet ist. Die­ses Gerät kann das Gelän­de ver­än­dern und Res­sour­cen abbau­en. Die gewon­nen Res­sour­cen kön­nen dann für den Bau von Fahr­zeu­gen und ande­ren Objek­ten genutzt wer­den. Falls man den Pla­ne­ten dann genug aus­ge­nom­men hat und nichts Span­nen­des mehr fin­det, kann man sich mit einem Shut­tle auf den nächs­ten Pla­ne­ten bege­ben.

Das Über­le­ben 

Sau­er­stoff und Ener­gie

Wich­tig bei Astroneer ist die Ver­sor­gung mit Sau­er­stoff. Denn der klei­ne Astro­naut kann nicht lan­ge ohne dem über­le­ben. Man kann also nicht ein­fach sei­ne Basis bau­en und dann mei­len­weit davon mar­schie­ren, da der Astro­naut son­st erstickt. Den Sau­er­stoff erhält er auto­ma­ti­sch in einem bestimm­ten Umkreis um die Basis, aber wei­ter auch nicht. Um sich wei­ter weg bewe­gen zu kön­nen, sind sog. Ver­bin­dun­gen nötig, die den Sau­er­stoff wei­ter trans­por­tie­ren. Die­se Ver­bin­dun­gen müs­sen immer in einem bestimm­ten Abstand zuein­an­der auf­ge­baut wer­den, damit sie funk­tio­nie­ren.

Astroneer - Verbindungen 2

Ein ande­rer Weg an Sau­er­stoff zu kom­men, ist der Abbau die­ses Stof­fes. Meist in Höh­len, aber auch auf dem Boden, las­sen sich blaue Sau­er­stoff­ku­geln fin­den. Die­se müs­sen auf­ge­sam­melt wer­den, um den Sau­er­stoff­tank wie­der auf­zu­fül­len.

Astroneer - Sauerstoffkugeln

Aber nicht nur Sau­er­stoff ist ein wich­ti­ger Bestand­teil, son­dern auch Ener­gie. Ohne Ener­gie kann näm­li­ch nichts abge­baut wer­den und ohne Ener­gie funk­tio­nie­ren auch die Maschi­nen an der Basis und die Fahr­zeu­ge nicht. Ener­gie kann, wie auch der Sau­er­stoff, im Boden oder in den Ber­gen in Form von gel­ben Kügel­chen gewon­nen wer­den. Da die Suche dana­ch aber ziem­li­ch müh­se­lig ist, gibt es noch eine ande­re Mög­lich­keit an Ener­gie zu kom­men: Der Bau von Solar- und Wind­kraft­an­la­gen. Die­se kön­nen im Klein­for­mat im Ruck­sack des Astro­nau­ten mit Hil­fe von bestimm­ten Res­sour­cen gebaut wer­den. Grö­ße­re Exem­pla­re sind aller­dings auch mög­li­ch (sie­he Res­sour­cen und For­schung).

Astroneer - Solar- und Windkraft

Übri­gens wird die Ener­gie auch über die Ver­bin­dun­gen trans­por­tiert. Dadurch wird der Astro­naut auch mit Ener­gie ver­sorgt, wel­che für den wei­te­ren Abbau von Res­sour­cen wich­tig ist. 

Astroneer - Verbindungen

Die Gefah­ren durch Mut­ter Natur

Nicht nur ein aku­ter Sau­er­stoff­man­gel kann zum Tode füh­ren, auch ande­re Gefah­ren lau­ern auf dem Pla­ne­ten. Zwi­schen­durch kön­nen sich Stür­me auf­tun, die einen ganz schön zuset­zen kön­nen. Wäh­rend des Sturm flie­gen näm­li­ch vier­ecki­ge Klöt­ze durch die Luft, die­se kön­nen für den klei­nen Astro­nau­ten zur Todes­fal­le wer­den. Eine Höh­le, das Habi­tat oder ein Fahr­zeug kön­nen dabei Schutz bie­ten.

Astroneer - Sturm

Ande­re Gefah­ren kön­nen aber auch von eini­gen Pflan­zen aus­ge­hen. Die­se son­dern gif­ti­ge Gas­wol­ken ab oder kön­nen explo­die­ren.

Aber nicht nur die Natur­ge­wal­ten kön­nen zum Ver­häng­nis wer­den, auch tie­fe Abhän­ge stel­len eine Gefahr dar. Denn ein tie­fer Fall kann für den Astro­nau­ten böse enden. 

Res­sour­cen und For­schung

Die Res­sour­cen, die in der momen­ta­nen Pre-Alpha zu fin­den sind, sind: Harz, Gemi­sch, Orga­ni­sch, Tit­an, Lithi­um, Koh­le, Mala­chit, Kup­fer, Alu­mi­ni­um, Late­rit, Hydra­zin.

Die­se Res­sour­cen wer­den z.B. für den Bau ver­schie­de­ner Basis-Erwei­te­run­gen benö­tigt, u.a. eine Schmel­ze, For­schungs­sta­ti­on, Fahr­zeug­bau­sta­ti­on, Han­dels­platt­form, einen Dru­cker, oder Treib­stoff­kon­den­sa­tor. Mit dem Dru­cker ist es z.B. mög­li­ch, grö­ße­re Solar- und Wind­kraft­an­la­gen zu bau­en, die schnel­ler Ener­gie lie­fern kön­nen. Die Han­dels­platt­form ermög­licht einem, bestimm­te Res­sour­cen im Tau­sch gegen ande­re Res­sour­cen zu bekom­men. Mit der Schmel­ze kann aus Late­rit Alu­mi­ni­um gewon­nen wer­den und aus Mala­chit Kup­fer.

Astroneer - Basis

Man­che die­ser Erwei­te­run­gen sind aller­dings erst nach dem Erfor­schen ver­füg­bar. Dafür müs­sen sog. unbe­kann­te Objek­te gesam­melt wer­den, die meist auf Bäu­men, im Boden unter bestimm­ten (aber auch gefähr­li­chen) Pflan­zen oder in der Nähe abge­stürz­ter Welt­raum­ob­jek­te zu fin­den sind. Hin­ter jedem unbe­kann­ten Objekt kann ein neu­er Bau­plan für eine Basis­er­wei­te­rung ste­cken. Die Chan­ce auf neue Erwei­te­run­gen scheint bei Welt­raum­ob­jek­ten am größ­ten zu sein. Bei ande­ren kommt oft­mals nur eine bestimm­te Res­sour­ce dabei her­aus.

Die Steue­rung

Der Astro­naut und die Fahr­zeu­ge las­sen sich mit den WASD-Tas­ten steu­ern. Mit der Maus kann zusätz­li­ch die Kame­ra gedreht und somit die Lauf- und Fahrt­rich­tung geän­dert wer­den. So gut wie die Steue­rung beim Her­um­lau­fen funk­tio­niert, so schlecht ist die­se für das Füh­ren von Fahr­zeu­gen geeig­net, da man durch die Maus stän­dig die Fahrt­rich­tung ver­än­dert. Dreht man bei­spiels­wei­se die Kame­ra wäh­rend der Fahrt nach hin­ten, so ändert das Fahr­zeug die Fahrt­rich­tung, in die man schaut. Das führt vor allen Din­gen beim Ran­gie­ren zu unge­woll­ten Manö­vern. Zudem ist die Steue­rung eines län­ge­ren Gespanns ziem­li­ch rut­schig, da die ange­häng­ten Fahr­zeu­ge nur hin­ter­her geschleift wer­den. Dadurch lässt sich das Gefährt kaum gezielt an kri­ti­schen Stel­len vor­bei­füh­ren.

Astroneer Fahrzeug 2

Der Ter­ra­for­mer lässt sich mit der lin­ken Maus­tas­te bedie­nen. Dabei kann man ent­we­der Gra­ben oder Auf­fül­len. Beim Auf­fül­len muss dann zusätz­li­ch die Alt-Tas­te gedrückt wer­den. Mit der lin­ken Maus­tas­te las­sen sich aber zusätz­li­ch auch ver­schie­de­ne Gegen­stän­de, wie z.B. For­schungs­ob­jek­te und Res­sour­cen trans­por­tie­ren. Zwi­schen die­sen zwei Funk­tio­nen die­ser Maus­tas­te kann mit der E-Tas­te umge­schal­tet wer­den.

Der Mul­ti­play­er-Modus

Astroneer lässt sich nicht nur allei­ne wun­der­bar spie­len, man kann auch mit bis zu drei wei­te­ren Spie­lern zusam­men auf Ent­de­ckungs­tour gehen. Im Spiel direkt gibt es kein Menü­punkt über dem man ein Koop-Spiel star­ten kann. Nur durch die Steam-Freun­des­lis­te kann man einem ande­ren Spiel bei­tre­ten oder las­sen sich ande­re Spie­ler ein­la­den. Ein­zi­ges Man­ko: Unge­woll­te Spie­ler kön­nen dadurch auch ein­fach einem Spiel bei­tre­ten, solan­ge sie in der Freun­des­lis­te ste­hen.

Die Bugs

In der momen­ta­nen Pre-Alpha-Ver­si­on las­sen sich noch ein paar Bugs fin­den. Bei­spiels­wei­se tau­chen beim Laden eines Spiel­stands plötz­li­ch offe­ne Kan­ten im Boden auf, durch die man auch hin­durch fal­len kann. Die­se Kan­ten las­sen sich zwar mit Hil­fe des Ter­ra­for­mers wie­der raus­bü­geln, das ist aber recht müh­se­lig auf gro­ßer Flä­che.

Astroneer - Bug 3

Ein wei­te­rer Bug taucht beim Bau­en von Basis­er­wei­te­run­gen auf. Wenn man sich wäh­rend des Bau­vor­gangs auf der Bau­flä­che befin­det, steckt man plötz­li­ch im Objekt fest. 

Astroneer - Bug 1

So tra­gi­sch ist es aber nicht, denn ich konn­te mich dar­aus mit der Druck-Tas­te befrei­en.

Fazit

Trotz aller Macken, über die man im Pre-Alpha-Sta­di­um noch hin­weg­se­hen kann, bie­tet das Spiel einen gro­ßen Spiel­platz zum Ent­de­cken. Dabei fin­de ich die Mög­lich­keit einer Mehr­spie­ler­par­tie am reiz­volls­ten. Denn meist wird die­ses Fea­ture eher links lie­gen gelas­sen bei ande­ren Ent­wick­lern.

Den­no­ch habe ich auch ein paar Ver­bes­se­rungs­wün­sche. Das Spiel ist für Neu­ein­stei­ger sehr über­for­dernd, da kei­ner­lei Infor­ma­tio­nen über die Mög­lich­kei­ten im Spiel gege­ben wer­den. Dort wäre ein klei­nes Tuto­ri­al viel­leicht nicht schlecht. Ein wei­te­rer Wunsch wäre eine Funk­ti­on, mit der man gespei­cher­te Spiel­stän­de wie­der löschen kann. Dies ist momen­tan näm­li­ch nur über dem Benut­zer­ord­ner mög­li­ch. Zudem wäre es super, wenn man die Steue­rung von Fahr­zeu­gen noch­mal opti­mie­ren und die­se prä­zi­ser gestal­ten wür­de.

Ins­ge­samt kann ich sagen, dass ‚trotz der momen­ta­nen Pre-Alpha-Ver­si­on, das Spiel sehr viel Spaß. Wer also ger­ne auf Erkun­dungs­tour geht und ein gemüt­li­ches Spiel mag, kann hier auf jeden Fall ger­ne zugrei­fen!

Falls ihr ein paar Fra­gen habt oder eure bis­he­ri­ge Erfah­rung mit die­sem Spiel tei­len möch­tet, könnt ihr ger­ne einen Kom­men­tar hin­ter­las­sen! Ich wür­de mich freu­en!

Sarah Verfasst von:

2 Kommentare

  1. DaddelDeern
    11. Januar 2017
    Antworten

    Ich muss zuge­ben — von Astroneer hat­te ich bis­her noch gar nichts gehört.
    Ich muss außer­dem zuge­ben — es klingt ja schon irgend­wie inter­es­sant.

    Für mich per­sön­li­ch, fürch­te ich, ist es aller­dings eher weni­ger was. Ich bin ein Sto­ry­jun­kie. Ich brau­che Spie­le, die mich in ein actionge­la­de­nes, emo­tio­na­les Aben­teu­er ent­füh­ren.
    Lei­der ver­lie­re ich an sol­chen Stra­te­gie- und/oder Erkun­dungs­spie­len immer schnell das Inter­es­se. Frü­her war das irgend­wie anders; vllt bin ich mit den Jah­ren auch ein­fach zu unge­dul­dig für sowas gewor­den.

    Aber gen­au dafür ist es ja gut, wenn ande­re Leu­te (in die­sem Fall also du ^^) ein Review zu so einem Spiel schrei­ben: Dann weiß man, was man erwar­ten kann und was man bes­er nicht erwar­ten soll­te.
    Und hier hast du wie­der mal einen soli­den Job abge­lie­fert.

    Es spricht außer­dem wohl auch für sich, dass ich den gan­zen Arti­kel von Anfang bis Ende gele­sen habe, obwohl mir schon nach dem Spiel­prin­zip-Absatz klar war, dass das wohl nix für mich ist.
    Gute Arti­kel liest man halt trotz­dem fer­tig!

    Ich war­te dann mal auf den nächs­ten.

    • Sarah
      11. Januar 2017
      Antworten

      Hey Dad­del­De­ern! Dan­ke für dei­nen Kom­men­tar! Die­ses Spiel ist tat­säch­li­ch eher gemüt­li­ch und es kos­tet rela­tiv viel Zeit. Man merkt nicht wie die Stun­den ver­flie­gen. Ich mag es sehr ger­ne, obwohl ich eigent­li­ch von ande­ren ähn­li­chen Spie­len wie Mine­craft gar nichts hal­te. Aber ich find die Atmo­sphä­re toll und ich hof­fe mit den wei­te­ren Patches kom­men auch neue Mög­lich­kei­ten dazu. 

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