WipEout — Ein Bli­ck ins Jahr 2052

Ich lie­be Renn­spie­le an der Kon­so­le. Für mich ist es das bes­te Gen­re an so einem Gerät. Es gibt kei­ne umständ­li­che “Hand­a­kro­ba­tik” und es bedarf kaum Übung, um mit der Steue­rung zurecht zu kom­men. Aus die­sem Grund habe ich mich für mei­nen neu­en Bei­trag mal wie­der für ein Renn­spiel ent­schie­den. Da ich damals mein ers­tes Renn­spie­l­er­leb­nis mit dem Spiel Road Rash auf der Play­sta­ti­on 1 hat­te (Bei­trag dazu hier: Road Rash — Mit flie­gen­den Knüp­peln ins Ziel!) und ich schon ewig nicht mehr an der PS1 gezockt habe, soll­te es eins auf die­ser Kon­so­le sein. Also gehen wir zurück ins Jahr 1995. Oder soll­te ich bes­ser sagen: Auf ins Jahr 2052?

Wir schau­en uns WipEout aus dem Hau­se Psy­gno­sis an. Der Titel des Spiels klingt über­setzt ins Deut­sche so gar nicht nach einem übli­chen Renn­spiel: Aus­ra­die­ren, Aus­lö­schen, Aus­rot­ten, Til­gen. Hört sich eher nach einem Egoshoo­ter oder Stra­te­gie­spiel an. 

WipEout — Das Spiel­prin­zip

In WipEout geht es aber ums Ren­nen fah­ren. Genau­er gesagt fliegt man mit Anti­gra­vi­ta­ti­ons­glei­tern im Jahr 2052 über die Renn­bahn. Ein biss­chen Shoo­ter steckt dabei aber auch noch drin. Denn um erfolg­reich auf dem ers­ten Platz ans Ziel zu kom­men, kön­nen einem ein paar Waf­fen hel­fen.

Im Duo oder lie­ber doch im Allein­gang

In WipEout kann zwi­schen meh­re­ren Modi gewählt wer­den. Zuer­st ein­mal muss man sich ent­schei­den ob man lie­ber allei­ne oder mit jemand ande­res zusam­men spie­len möch­te. Die Vor­stel­lung mit einem Freund zusam­men im Split­screen zu zocken ist natür­li­ch ziem­li­ch cool. Aber so ein­fach ist es dann doch wie­der nicht. Jeder Spie­ler muss sei­ne eige­ne Kon­so­le mit­brin­gen. Die­se wer­den dann mit einem Link-Kabel mit­ein­an­der ver­bun­den und dann kann zusam­men gezockt wer­den. Da ich kei­ne Freun­de habe (die die­ses Spiel und eine PS1-Kon­so­le besit­zen ), konn­te ich den Two-Play­er-Modus nicht für euch tes­ten. Also beschrän­ken wir uns in die­sem Bei­trag ein­fach mal nur auf den One-Play­er-Modus.

One-Play­er-Modus

Zuer­st muss eine Renn­klas­se gewählt wer­den. Wobei “wäh­len” das fal­sche Wort wäre, denn am Anfang ist nur die sog. Venom Class ver­füg­bar. Eine wei­te­re Renn­klas­se ist erst spä­ter ver­füg­bar.

WipEout - Rennklassen

Dana­ch muss man sich zwi­schen drei ver­schie­de­ne Renn­mo­di ent­schei­den.

Wer ohne Übung gleich aufs Gan­ze gehen möch­te, kann sich direkt ins Cham­pi­ons­hip Race stür­zen, um die schnel­le­re Rapier Class frei­zu­spie­len. Dort müs­sen ins­ge­samt sechs Stre­cken gemeis­tert wer­den. Für jede Stre­cke hat man drei Ver­su­che (gekenn­zeich­net durch Ster­ne über der Geschwin­dig­keits­an­zei­ge).

WipEout - Sterne

Dabei muss man min­des­tens auf den drit­ten Platz kom­men, um die nächs­te Renn­stre­cke spie­len zu kön­nen. Wenn man alle Ver­su­che auf­ge­braucht hat, fängt die Meis­ter­schaft wie­der von vor­ne an. Um die nächs­te und damit schnel­le­re Renn­klas­se frei­zu­schal­ten, reicht es aller­dings nicht aus immer nur Dritt­plat­zier­ter zu wer­den. Am Ende muss man ganz oben in der Tabel­le ste­hen.

Um die Stre­cken erst ein­mal ken­nen zu ler­nen, emp­feh­le ich für den Anfang aber erst ein­mal den Sin­gle Race-Modus oder das sog. Time Tri­al. Beim Sin­gle Race-Modus fährt man mit Geg­nern über die Stre­cke und beim Time Tri­al ist man kom­plett allei­ne unter­wegs. Bei bei­den Modi kön­nen die Stre­cken frei aus­ge­wählt wer­den.

Teams

Bevor man aber tat­säch­li­ch mit dem Ren­nen los­le­gen kann, muss man sich zwi­schen vier ver­schie­de­ne Teams ent­schei­den: AG Sys­tems, Auri­com, Qir­ex und FEIS­AR. Jedes Team weist dabei bestimm­te Fahr­zeug­da­ten auf. Im Spiel selbst kann man nicht sehen, wel­che Eigen­schaf­ten wel­ches Team hat. Nur im Hand­buch kön­nen die­se Daten ein­ge­se­hen wer­den. Wer das Hand­buch also nicht mehr hat, muss irgend­wie sehen, wie er an die­se Infor­ma­tio­nen her­an kommt (bei mir z.B. ).

WipEout - Teams

Bei jedem Team kann man sich noch zwi­schen zwei Fah­rern und damit auch Anti­gra­vi­ta­ti­ons­glei­tern ent­schei­den. Hier geht die Wahl nur nach dem eige­nen farb­li­chen Geschmack, die fahr­tech­ni­schen Eigen­schaf­ten sind bei bei­den Fah­rern iden­ti­sch.

Stre­cken

Die sechs Stre­cken unter­schei­den sich u.a. in der Län­ge und im Schwie­rig­keits­grad. Vom Aus­se­hen her sehen sich, bis auf eine Aus­nah­me, alle recht ähn­li­ch. Nur die sog. Sil­ver­stream-Stre­cke ist im Gegen­satz zu den ande­ren Stre­cken kei­ne asphal­tier­te Bahn, son­dern eine Eis­stre­cke. Sie ist mit ihren engen Kur­ven auch die schwie­rigs­te und eigent­li­ch letz­te Stre­cke im Cham­pi­ons­hip-Modus.

WipEout - Silversteam 1

Eigent­li­ch letz­te” des­halb, weil es noch eine wei­te­re Stre­cke gibt, die dem Durch­schnitts­spie­ler meist ver­bor­gen bleibt, eine Art Bonus-Stre­cke namens Fire­Star. Sie wird erst frei­ge­schal­tet, wenn man den Cham­pi­ons­hip-Modus mit der Rapier Class noch ein­mal erfolg­reich durch­ge­spielt hat. Die Stre­cken sehen mit der Rapier Class übri­gens viel düs­te­rer und böser aus. 

Die Waf­fen — Mit Gewalt an den 1. Platz

Zu Anfang hat­te ich ja bereits erwähnt, dass das Spiel einen leich­ten “Touch” eines Shoo­ters hat. Im Cham­pi­ons­hip- und Sin­gle Race-Modus kön­nen wäh­rend des Ren­nens Waf­fen (u.a. Rake­ten und Minen) ein­ge­setzt wer­den. Die­se kön­nen “ein­ge­sam­melt” wer­den, indem man mit dem Anti­gra­vi­ta­ti­ons­glei­ter über bestimm­te far­bi­ge Flä­chen fährt. 

WipEout - Waffen

Neben den Waf­fen gibt es auch noch ande­re Items, die genutzt wer­den kön­nen: Ein Schutz­schild kann für ein paar Sekun­den gegen feind­li­che Rake­ten und Minen schüt­zen.

WipEout - Schutzschild

Für eine kur­ze und rasche Beschleu­ni­gung hilft der sog. Tur­boan­trieb. Die­ses Item gibt es beim Time Tri­al übri­gens immer auto­ma­ti­sch bei jeder neu­en Run­de.

Die Steue­rung — Aller Anfang ist schwer

Es gibt neben dem lin­ken Stick ins­ge­samt nur fünf Tas­ten, um den Anti­gra­vi­ta­ti­ons­glei­ter über die Stre­cke zu steu­ern: Feu­ern, Kame­ra wech­seln, Beschleu­ni­gung, rech­te und lin­ke Luft­brem­se. Es ist also nicht son­der­li­ch schwer die Hän­de am Con­trol­ler zu koor­di­nie­ren. Aller­dings ist der Ein­satz die­ser Tas­ten die Kunst, die es zu beherr­schen gilt. Die Kur­ven wer­den am bes­ten mit Hil­fe der Luft­brem­sen genom­men. Ein ande­re Art von Brem­se gibt es näm­li­ch so nicht. Nur durch den Stick kann man den Glei­ter zusätz­li­ch noch nach vor­ne oder nach hin­ten nei­gen, um ent­we­der bei Gefäl­len noch mehr zu beschleu­ni­gen oder um vor Kur­ven den Luft­wi­der­stand für eine Brems­wir­kung zu erhö­hen. Wie­viel gebremst wer­den muss, fin­det man am bes­ten durch reich­li­ches Üben her­aus.

Wer noch nie zuvor WipEout gespielt hat, wird es in den meis­ten Fäl­len nicht ein­fach haben. Die nicht all­zu brei­te Fahr­bahn bie­tet nicht viel Spiel­raum für gro­ße Lenk­be­we­gun­gen. Vor­aus­schau­en­des Fah­ren ist des­halb das A und O. Jede Berüh­rung mit dem Fahr­bahn­rand bremst den Glei­ter ab. Es kann auch pas­sie­ren, dass man so schnell in den Rand fährt, dass sich der Glei­ter plötz­li­ch außer­halb der eigent­li­chen Stre­cke befin­det. Das ist aber, bis auf die tota­le Abbrem­sung, nicht wei­ter schlimm, denn er fin­det von selbst wie­der zurück auf die Stre­cke.

Aber nicht nur die Stre­cke selbst ist eine Her­aus­for­de­rung. Auch die Riva­len kön­nen den Weg blo­ckie­ren. Wenn man einen Riva­len mit einer Waf­fe ent­schleu­nigt, pas­siert es auf­fal­lend oft, dass der Glei­ter des Geg­ners in die eige­ne Spur tru­delt und einen blo­ckiert. Da hilft nur schnel­les Reagie­ren und Aus­wei­chen, ansons­ten stößt man den Geg­ner an und man ver­hilft ihm somit wie­der vol­le Fahrt auf­zu­neh­men.

Manch­mal kann es auch pas­sie­ren, dass sich der eige­ne Glei­ter mit einem Riva­len seit­li­ch “ver­hakt” und man mit absurd hoher Geschwin­dig­keit mit­ge­ris­sen wird. Meis­tens pas­siert es, wenn man einen Geg­ner in einer oder vor einer Kur­ve über­ho­len möch­te. In dem Moment wird der eige­ne Glei­ter unkon­trol­lier­bar und die Gefahr in den Fahr­bahn­rand zu knal­len ist sehr groß. Des­halb soll­te man immer ver­su­chen genü­gend Abstand zu den geg­ne­ri­schen Glei­tern zu haben. 

Musik und Desi­gn

WipEout ist geprägt durch die Tech­no­kul­tur der 90er Jah­re. Die Sound­tracks im Spiel stam­men haupt­säch­li­ch von CoLD STo­R­A­GE aka. Tim Wright, der neben der zum futu­ris­ti­schen Stil pas­sen­den Musik auch die Sound­ef­fek­te kre­iert hat­te. Aber auch ande­re bekann­te Tech­no-Bands haben sich in die­sem Spiel ver­ewigt, dar­un­ter The Che­mi­cal Bro­thers, Orbi­tal und Left­field.

Das futu­ris­ti­sche und “japano-tech­no­lo­gi­sche” Desi­gn des Hand­buchs, des Covers und der gra­fi­schen Ele­men­te stammt von The Desi­gners Repu­blic, eine Grup­pe von Gra­fik­de­si­gnern, die haupt­säch­li­ch für die Elec­tro­ni­ca-Sze­ne Cover gestal­tet haben. 

WipEout - Design

Fazit

WipEout ist mei­ner Mei­nung nach ein ziem­li­ch for­dern­des Renn­spiel und nichts für unge­dul­di­ge Gemü­ter. Ich hat­te zwar zu Anfang die Mei­nung, dass Renn­spie­le meist kaum Übung brau­chen, aber die­ses hier ist ein­deu­tig nichts für Gele­gen­heits­spie­ler, denn es erfor­dert in den meis­ten Fäl­len VIEL Übung, um die Stre­cken erfolg­reich zu meis­tern. Mir ist es nicht gelun­gen den Cham­pi­ons­hip-Modus kom­plett durch­zu­spie­len. Mei­ne bes­te Spiel­po­si­ti­on war der 2. Platz. Ins­ge­samt hat es nie gereicht auf der Tabel­le an ers­ter Stel­le zu ste­hen. Mein Freund war da etwas geschick­ter. Er hat es tat­säch­li­ch geschafft (nach meh­re­ren Anläu­fen) bei jeder Stre­cke auf dem 1.Platz zu lan­den. Zum Schluss konn­ten wir also die Rapier Class tat­säch­li­ch mal aus­pro­bie­ren. Aber beim kur­zem Aus­pro­bie­ren blieb es dann auch, denn die Lust fehl­te dann doch die gan­ze Meis­ter­schaft noch­mal durch­zu­spie­len. Die besag­te “Bonus-Stre­cke” Fire­Star ist uns also ver­bor­gen geblie­ben.

Also für jeman­den der viel Geduld oder aber auch das nöti­ge Geschick hat kann das Spiel echt Spaß machen. Und falls hier jemand dabei ist, der es bis zur Fire­Star-Stre­cke aus­ge­hal­ten hat, kann hier ger­ne mal berich­ten.

Sarah Verfasst von:

3 Kommentare

  1. DaddelDeern
    11. April 2017
    Antworten

    Zuer­st dach­te ich: “Klingt wie ein futu­ris­ti­sches und etwas erns­te­res Mario Kart.“ Aber ich hab beim wei­te­ren Lesen dann doch den Ein­druck bekom­men, dass die­se Beschrei­bung dem Spiel wohl eher nicht gerecht wür­de.

    Es klingt aller­dings noch immer nach einer Men­ge Arbeit. Das Gefühl hab ich bei Renn­spie­len aber auch immer. XD Viel­leicht liegt das an mei­nem man­geln­den Talent für die­se Sor­te Spie­le (oder gene­rell für alles, was Geschick­lich­keit erfor­dert ).

    Mal wie­der ein gelun­ge­ner Bei­trag von dir (und beson­ders auf­ge­fal­len ist mir, dass du dir offen­bar die Mühe gemacht hast, etwas zu den Gra­fi­kern und betei­lig­ten Musi­kern zu recher­chie­ren — Hut ab für so viel extra Mühe. ).
    Hät­te ich eine PS1 wür­de ich das glatt mal anspie­len.

    • Sarah
      11. April 2017
      Antworten

      Hey Dad­del­De­ern! Ja, Renn­spie­le sind eigent­li­ch mein Ding. Hab da auch echt viel Spaß dran. Aber in die­sem Fall liegt die Beto­nung auf EIGENT­LI­CH Also ich wur­de bei die­sem Spiel irgend­wann echt total wütend und hat­te auch ein­fach kei­ne Lust mehr. Mein Freund hat sich dann “bereit erklärt” das Spiel mal aus­zu­pro­bie­ren und er hat­te so ein Anfän­ger­glück Aber naja, dafür bin ich in Egoshoo­tern bes­ser als er 

      • DaddelDeern
        11. April 2017
        Antworten

        Rage Quit!
        Wür­de mir genauso gehen. XD Ich bin aber auch gene­rell eher unge­dul­dig mit einer nied­ri­gen Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz. XD Einer die­ser Grün­de, wes­halb ich es bei Dark Souls nie weit gebracht habe… 

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